Der Ordo Hospitalis
'Pax vobiscum - et cum spiritu tuo'
Friede sei mit Dir - und mit deinem Geiste
Wie die Geschichte wirklich war .......
Eine der Grundlagen der Darstellung des mittelalterlichen Dorfes Sciferstat ist der christliche Glauben. Gerade die Präsenz von Spira auf der einen und dem Kloster Limburg auf der anderen Seite macht die Darstellung dieses Aspekts unabdingbar. Nun gab es in Spira im Hochmittelalter einen Hospitaliter Klosterhof mit eigener Kapelle in der heutigen Johannesgasse, unterstellt der Komturei Heimbach ( um 1189 .... näheres siehe weiter unten). Belegt sind diesem Klosterhof zugeordnete Gutshöfe in Waldsee, Otterstadt, Zeiskam (der sogenannte Herrenhof) und vermutlich auch in Schifferstadt. Erwähnen muss man auch, das es in Schifferstadt weitere und auch größere Gutshöfe der Abtei Limburg und der Deutschherren (Herrenhof) gab. Diese beiden Tatsachen, zusammen mit der unglaublichen Geschichte der Hospitaliter machen eine solche Darstellung plausibel und geben uns die Möglichkeit den christlichen Glauben im Mittelalter auf diese Weise deutlich darzustellen.
... und wie wir sie darstellen
Nun können wir natürlich keine ganze Commende glaubwürdig darstellen. Daher haben wir uns dazu entschlossen, in diesem Bereich in darstellender Weise mit der freien Commende Eppostein zusammenzuarbeiten. So besteht nun für uns die Möglichkeit, die übergeordnete Instanz direkt mit einzubeziehen. Ins "Leben gerufen" wurde die Commende durch Mark von Eppstein zu Hardenberch und der Gruppe Die Epposteiner

Zur Geschichte der freien Commede Eppostein in Darstellung und Rollenspiel (Text entnommen von der Homepage der Epposteiner):
Nachdem er das erste mal aus dem Heiligen Land nach Hause zurück gekehrt war
beschloß er ein Hospital in der Gemarkung zu errichten. Da nun aber die
Leininger, welche mit Mark von Eppstein durch Heirat verbunden waren, zu
jener Zeit Lehensträger und Schirmvögte der Abtei auf dem Limberg waren, sah
der Abt des Klosters hier eine Möglichkeit sich durch die Gründung einer
Hospitaliter Commende eine Schutztruppe für das Kloster zu sichern. Dies sah
man aber an höheren Stellen im Hospitaliterorden anders. Es wurde
beschlossen das Hospital direkt nach Eppostein zu verlegen und gründete dort
eine kleine Commende welche nun dem Commendator Mark von Eppstein
unterstellt ist. Doch dieser hielt es nicht lange daheim aus, wusste er doch
wie schwer es die Ordensbrüder im Orient hatten und so machte er sich auf um
ihnen Waren und benötigte Gegenständen zu bringen. Es kam aber auf dem Weg
nach Akkon immer wieder dazu, dass der eine oder andere Bailli sich
veranlasst sah, Hilfe von der Commende Eppostein einzufordern, sei es in
Form von Waren oder in Form von Truppen. Da dies immer einen Verlust von
Mensch und Material mit sich brachte, trug Mark von Eppstein diese
Problematik dem Meister des Ordens in Akkon vor. Dieser entschied angesichts
der Verdienste und der Hilfe die diese kleine Commende ihren Brüdern
brachte, das von hier an die Commende Eppostein nur noch dem Meister des
Ordens als selbstständige Commende untersteht. Diese Entscheidung wurde
sicherlich auch aus wirtschaftlichen Gründen getroffen, denn die Commende
Eppostein war zu dieser Zeit recht klein und es lohnte kaum einen
Verwaltungsaufwand. Deshalb überlies man diese lieber sich selber was die
Verwaltung usw. betrifft. Man hatte zu dieser Zeit andere Probleme und man
jeglichen Nachschub dringend benötigte. Durch diese Freiheit konnte die
Commende weiter wachsen und hielt lange eine Brücke, auf der Nachschub wie
auch Pilger und Reisende ins Heilige Land und wieder nach Hause gelangen
konnten, aufrecht. Noch viele Male pendelte man von der Commende Eppostein
ins Heilige Land und wieder zurück. Man brachte jedes Mal nicht nur
Kostbarkeiten des Orients mit nach Hause, sondern auch neue Freunde und
Gefährten .......
Unser Meister ist nun seit
1251 Wilhelm von Castel novo und Alexander IV. ist seit 1254 schon vier
Jahre unser Papst.
Da unsere Commende eine recht kleine ist, muss jeder Bruder vielfältige
Aufgaben übernehmen. So stehen die Brüder vom Lazarett mit im Schildwall und
die kämpfenden Brüder helfen bei der einen oder anderen Operation kräftig
mit.
Hier eine Aussage einer Ordensregel die uns gut gefällt:
"Die wichtigsten Pflichten im Orden sind das Bemühen um den christlichen
Glauben, die Stärkung der Bruderschaft und das Einbringen der eigenen Kräfte
und Fähigkeiten."
Doch nun zurück zur Geschichte des Ordo Hospitalis:
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Zu den pflegenden Schwestern des Ordens |
Chronologie von der Gründung bis zur Übersiedlung nach Rhodos |
Die Ordensregeln der Hospitaliter 1125-1153 |
Die Kleiderordnung der Hospitaliter des 12. und 13. Jahrhunderts |
Die Erhebung der Ordensbrüder und Schwestern in ihren Stand |
Ordo Hospitalis sancti Johannis Ierosolimitani
"Der Hospitaliter lässt sich rufen, wo die Not des Nächsten auf seine tätige Liebe und der Unglaube der Angefochtenen auf das Zeugnis seines Glaubens warten.“
Der Orden vom Spital des heiligen (St.) Johannes zu Jerusalem (oder eben Ordo Hospitalis sancti Johannis Ierosolimitani), auch Ritterlicher Orden St. Johannis vom Spital zu Jerusalem genannt, entstand nach der Eroberung Jerusalems durch das Heer des 1. Kreuzzuges im Jahre 1099. Die Ritter dieses Ordens wurden auch als Johanniter oder Hospitaliter (wir verwenden daher die Bezeichnung Hospitaliter) bezeichnet. Nach dem Untergang der Kreuzfahrerstaaten und der ab 1306 erfolgten Übersiedlung des Ordens nach Rhodos, der 1530 eine weitere nach Malta folgte, bürgerten sich für die Ordensritter auch die Bezeichnungen Rhodesier und Malteser ein.

Bereits Ende des 12. Jahrhunderts (etwa um 1183 / 89) unterhielten die Hospitaliter in Speyer (im heutigen Johannitergässchen) ein eigenes Hofgut mit eigener Kapelle. Unterstellt waren sie der Kommende in Heimbach (gegründet um 1183 7 89 als eine der ersten Kommenden in unserer Gegend), gelegen zwischen Weingarten und Niederhochstadt im Elmsteiner Tal (südliche Weinstraße). Ein weiterer Klosterhof (verwaltet durch das Speyerer Hofgut) ist in Waldsee durch einen Güterstein belegt, welcher das Ordenskreuz trägt. Weitere Klosterhöfe sind für die umliegenden Gemeinden ebenfalls aufgeführt. (Quelle: Fritz Klotz - Kleine Speyerer Stadtgeschichte). Neben dem Deutschen Orden, dem Kloster Maulbronn und dem Kloster Eußerthal sowie den Benediktinern der Abtei Limburg waren die Hospitaliter eher schwach in Spira und Umgebung mit Landbesitz vertreten, hatten aber dennoch eine gut gehörte Stimme im Speyerer Rat sowie beim Bischof der Stadt.
Sehen wir uns doch einmal einen einfachen Klosterhof an. Im Prinzip handelt es sich hier um eine Wirtschaftgemeinschaft und nicht um ein waffenstarrendes burgähnliches Anwesen. Die Grundlage dieser Gemeinschaft bilden die Freibauern mit ihren Familien. Diese sorgen für gute Erträge aus Landwirtschaft und Viehzucht. Um alles in Schuß zu halten, werden jede Menge Handwerker benötigt, die das ein oder andere Werkzeug richten können, die Häuser bauen und Zäune reparieren. Die Ordensbrüder sorgen mit ihren Gebeten und Messen für das Seelenheil der Leute, arrangieren Geschäfte und Handel mit fahrenden Händlern oder Kaufleuten aus dem nahen Spira (in der Regel werden die meisten Waren des Klosterhofes wohl zuerst zum Ordenshof in Spira gebracht). Aber die Hauptaufgabe der Ordensleute ist es natürlich, auf dem Feld und am Werkzeug mit Hand anzulegen, um einen gottgefälligen Ertrag zu erwirtschaften. Da gibt es keine großen Unterschiede zu anderen Gehöften, außer das eine zusätzliche Sicherheit durch den Orden selbst hinzu kommt. Und so sind wir in der Lage, innerhalb des Dorfes Sciferstat eine kleine Gemeinschaft mit Struktur darzustellen, welche alle Bereiche des mittelalterlichen Lebens abzudecken vermag und jedem die Möglichkeit seiner eigenen Darstellung und Verwirklichung bietet.

Der Orden ging aus einem 1048 erstmals erwähnten Pilgerspital, dem Muristan hervor, das von Kaufleuten aus Amalfi bereits lange vor dem ersten Kreuzzug gestiftet worden war. Ob dieses Johannes dem Täufer oder Johannes dem Almosengeber geweiht war, ist nicht mehr feststellbar, jedenfalls leitet sich der Name Johanniter von dort her ab. Die damals übliche Bezeichnung der Kranken als „die Herren Kranken“ jedenfalls deutet auf Johannes den Barmherzigen hin, der die Armen stets als „seine Herren“ bezeichnete. Pilger stellten einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar, weshalb Schutz und Pflege derselben mittelbar allen Anrainern des Mittelmeerraumes zu Gute kam. Die Versorgung der Kranken wurde durch Ordensbrüder übernommen. Nach der Eroberung von Jerusalem im Jahr 1099 durch die Kreuzfahrer unter Gottfried von Bouillon gewann die Spitalsbruderschaft erheblichen Zulauf.
Aus der Zeit um 1160 ist der Bericht des Pilgers Johannes aus Würzburg überliefert. "..ist ein Hospital angeschlossen, welches in seinen verschiedenen Gebäuden eine Vielzahl von Schwachen und Kranken sammelt, pflegt und wiederherstellt, was einen hohen Kostenaufwand bedeutet. In der Zeit, in der ich selber dort war, betrug, wie ich von den dienenden Brüdern selbst erfuhr, die Zahl der Kranken bis an die zweimal Tausend. Sie waren so schwer von Krankheit geplagt, dass manchmal innerhalb eines vollen Tages mehr als 50 Tote hinausgetragen werden mussten. Aber immer und immer wieder kamen noch mehr hinzu....Es entfaltete sich eine so unübersehbare Wohltätigkeit dadurch, dass Armen, welche um Brot baten, gegeben wurde, auch wenn sie außerhalb des Hauses blieben."
Erst 1154 gründeten die Hospitaliter ihre erste Niederlassung auf deutschem Boden vor den Mauern der Stadt Duisburg, wo sie die Duisburger Marienkirche errichteten. Albrecht der Bär schenkte dem Hospitaliter-Orden die Kirche zu Werben und sechs Hufen Landes. Für 250 Jahre war Werben Sitz der Ordensregierung für Brandenburg, Pommern und die Wendenlande. Kurze Zeit später dürfte dann auch die Gründung des Klosters in Speyer stattgefunden haben, dies nur am Rande.

Unter Raimund von Puy (1120–1160), der dem Ordensgründer Bruder Gerhard Tonque nachfolgte, vollzog sich 1110-1140 der Wandel von der Spitalbruderschaft zum geistlichen Ritterorden.Der Orden bestand damals aus (adligen) Rittern, den Kirchendienst übernahmen Priester, mit der Krankenpflege waren auch nichtadelige Laienbrüder betraut. Raimund selbst nannte sich noch Meister, der Titel Großmeister wurde erst 1267 von Papst Clemens IV. für Hugo von Revel bewilligt.
Zunächst trugen die Johanniter eine einfache Schwarze Mönchskutte. Als der ursprüngliche Hospitaldienst immer mehr durch den bewaffneten Schutz von Pilgern und den Kampf in Kreuzzugsgebieten ergänzt wurde, trugen sie ab dem 13. Jahrhundert zunächst einen schwarzen Übermantel mit einem weißen Kreuz darauf, das in acht Spitzen endete. Neben den Adeligen Ordensrittern dienten auch eine große Zahl Nichtadelige dem Orden. Die Hilfskräfte die nicht dem Orden angehörten wurden als „Sergeanten“ bezeichnet. Davon müssen die zum großen Teil nichtadeligen Sergeantenbrüder unterschieden werden, die die Ordensgelübde abgelegt hatten, aber nicht den Zugangsvoraussetzungen der Ritterbrüder genügten. Diese Sergeantenbrüder versahen den gleichen Dienst wie die Ritter, waren aber von Führungspositionen ausgeschlossen. Die Ausrüstung und Gewandung der nichtadeligen Sergeantenbrüder unterschied sich aber in keiner Weise von denen der adeligen Ritterbrüder.
Hatte der Orden bis dahin das Ziel, kranken Mitmenschen zu dienen, trat als zweiter Auftrag des Ordens die Bekämpfung des Unglaubens und der Schutz der Pilger hinzu. Bereits um 1140 wurde dem Orden mehrere Festungen angedient, Graf Raimund II. von Tripolis verpflichtete sich ihnen gegenüber, keinen Frieden ohne ihre Zustimmung zu schließen. Imposante Zeugnisse der Geschichte des Johanniterordens im Heiligen Land sind die im 12. Jahrhundert errichtete Kreuzritterburg Belvoir in Israel, die 1142 übernommene Burg Krak des Chevaliers oder die 1186 in den Besitz der Johanniter gekommene Burg Margat/ Qal'at Marqab in Syrien.
Ab Mitte des 13. Jahrhunderts wurde es üblich, dass die Ordenskämpfer in Kriegszeiten einen roten Mantel mit weißem Kreuz trugen. Die Johanniter trugen in ihren Siegeln zu dieser Zeit ein einfaches Kreuz in der Form des "Jerusalemer Kreuzes", späterhin ein einfaches weißes Kreuz. In der Zeit von Rhodos wandelte sich diese Kreuzesform zu einem Kreuz mit eingekerbten Spitzen. Die aktuelle Form, die als Malteserkreuz bekannt ist, wurde tatsächlich erst in der Malteser Zeit zum typischen Emblem des Ritterordens. Seit 1262 war in den Statuten des Ordens festgelegt, dass nur Adelige als Ritter dienen durften, jedoch erst ab 1555 wurde Abkömmlingen von Familien islamischen oder mosaischen Glaubens die Mitgliedschaft versagt.

Die Krankenversorgung verschaffte der Hospitalbruderschaft große Bekanntheit. Bereits 1113 erließ Papst Paschalis II. das Privileg "Pia postulatio voluntatis", in dem der Orden von der Pflicht der Zehntabgabe entbunden und unter päpstlichen Schutz gestellt wurde. Auch war die Bruderschaft in der Wahl ihres Vorsitzes freigestellt. 1117 wurde auch das Hospital selbst unabhängig. Als Ordensregel wählten die Johanniter die Regel der Augustiner. Stiftungen vieler Adeliger aus allen Teilen Europas mehrten das Vermögen und wurden auch zur Einrichtung von Stationen und kleineren Hospitälern auf den Pilgerwegen verwendet. Bari, Otranto, Tarent, Messina, Pisa, Asti und Saint Gilles (Südfrankreich) wurden erwähnt. Zugleich erhielt die Bruderschaft die päpstliche Anerkennung. Mit dem Privileg "Christianae Fidei Religio" vom 21. Oktober 1154 wurde der Orden durch Papst Anastasius IV. aus der bischöflichen Jurisdiktion herausgehoben und als Orden direkt dem Papst unterstellt. Mitarbeiter des Ordens als dienende Brüder hatten das Gelübde des Gehorsams abzulegen, als Ritter oder Priester dienende Mitglieder zusätzlich die Gelübde von Keuschheit und Armut, wobei letzteres lediglich den Verzicht auf Privateigentum bedeutete.
Ordensritter übernahmen auch die Verwaltung des Ordensbesitzes außerhalb des Mittelmeerraumes. Die Erlöse aus den Besitzungen wurden zum Teil an den Orden selbst abgeführt, zum Teil ermöglichten sie die Versorgung der Ritter vor Ort als Pfründe. Durch dieses System wurde die materielle Versorgung von Rittern möglich, die als nicht erbberechtigte Söhne über kein eigenes Vermögen verfügten und die dadurch nicht mehr gezwungen waren, zwischen einer rein militärischen oder einer kirchlichen Laufbahn zu wählen. Diese Verwalter hatten ein großes Interesse daran, dass die aus der Pfründe erwirtschafteten Vermögen nicht abgezogen wurden, sondern in der Pfründe verblieben. Der Interessengegensatz zwischen Ordenszentrale und lokalen Verwaltungen blieb auch weiterhin stets ein wesentliches Problem des Ordens.
Kaiser Friedrich I. "Barbarossa" bestätigte 1156 dem Orden alle Besitzungen in Österreich und dem Deutschen Reich. 1185 stellte Kaiser Friedrich I. Barbarossa den Orden unter seinen Schutz und Schirm, zudem erließ er dem Orden die Zahlung sämtlicher Steuern. Im übrigen war Kaiser Barbarossa auch der Stifter und Mentor der Kommende Heimbach
1206 wurden als nationale Zusammenschlüsse von Rittern sogenannte „Zungen“ gebildet. Innerhalb dieser Zungen bestanden (Groß-) Priorate, die wiederum in Balleien und Kommenden unterteilt waren. Eine Ballei fasste mehrere Kommenden eines (Groß-) Priorats zusammen. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts blieb diese Organisationsstruktur im wesentlichen unverändert. Der Deutschen Zunge waren zeitweilig Deutschland, Österreich, Dänemark, Norwegen, Schweden sowie Böhmen, Ungarn und Polen zugeordnet.

1187 fiel Jerusalem in die Hände des Sultans Saladin, so dass der Orden seinen Hauptsitz 1191 nach Akkon verlegen musste. 1090 entstand hier das vermutlich erste Hospital der Johanniter außerhalb Jerusalems. 1224 waren die Johanniter dort so stark, dass ihnen die Verwaltung der Stadt übergeben wurde. Akkon wurde durch unterirdische Festungsanlagen verstärkt.
Von dort aus wurden sowohl die Aktivitäten bei der Verteidigung des heiligen Landes als auch bei der Reconquista in Spanien gelenkt.
Mit dem endgültigen Fall Jerusalems am 23. August 1244 sowie der Schlacht von Gaza am 17. Oktober 1244 begann unter dem Großmeister Guillaume de Chateauneuf (1242–1258) der Rückzug aus dem Vorderen Orient. Personell wurde der Orden sehr geschwächt. Die Eroberung Akkons gelingt den ägyptischen Mamluken am 28. Mai 1291 mit angeblich 66.000 Kavalleristen und 160.000 Infanteristen gegen nur 800 Ritter mit 14.000 Fußsoldaten. Nach dem damit verbundenen endgültigen Verlust des Heiligen Landes für die Kreuzfahrer war vorübergehend Limassol auf Zypern Hauptsitz des Johanniterordens.
Der Orden machte eine Phase der Orientierungslosigkeit durch. Mehrere Generalkonvente zwischen 1292 und 1294 brachten keine Ergebnisse. 1296 wurde der Papst darum gebeten, seiner Aufsichtspflicht dem Orden gegenüber nachzukommen. 1300 war Wilhelm von Villaret nur durch Zwang des Konventes dazu zu bewegen, als neuer Großmeister seinen Aufenthalt am Ordenssitz in Zypern zu nehmen.
Der ideelle Glanz der Kreuzzüge wich zunehmender Frustration und in Europa machte sich die Überzeugung breit, dass die Ritterorden ihre erhaltenen Zuwendungen nicht zweckentsprechend nutzten. Letzteres galt insbesondere für die Templer, deren Reichtum und Einfluss in keinem Verhältnis zu ihren Aktivitäten im Kampf gegen die "Feinde der Christenheit" standen. Die Johanniter hätten wohl das Schicksal des Tempelordens geteilt, wäre nicht Fulko von Villaret 1306 mit der Eroberung von Rhodos dem Vorwurf der Untätigkeit begegnet.
Buchempfehlungen und Quellen
Die Ritter des Johanniter-Ordens 1100 - 1565 - David Nicolle - ISBN 978-3-87748-637-5 - Sehr schöne Farbtafeln mit guten Gewandungs- und Rüstbeispielen, leicht geschrieben und verständlich erklärt
Geschichte des Johanniter-Ordens - Dr. Eduard Ludwig wedekind - ISBN 978-3-89094-567-5 - Etwas altmodischer Text, aber Inhaltreich, mit großen Bezug auf die ersten Balleien in Brandenburg, teilweise auch kritisch dem Orden gegenüber
Kleine Speyerer Stadtgeschichte - Fritz Klotz